Die Chinchillazucht

Die Zucht von Chinchillas ist ein sehr umfangreiches Thema. Wenn Chinchi-Haltung nun aber großen Spaß macht, erwacht nicht selten der Wunsch, einen Zuchtversuch zu unternehmen. Daraus entwickelt sich leicht eine Liebhaberzucht, die zwar viel Freude bringt, aber auch eine intensive Arbeit verlangt. Bei jeder Zucht sollte man aber immer zuerst das Tier und nicht das Geld sehen. Zumal ich mir nicht wirklich vorstellen kann, dass man als sehr kleiner Züchter damit wirkliche Erträge erzielt. Vermehrung finde
ich ja grundsätzlich sehr reizend, wenn ich dann aber die vielen Käfige der Züchter sehe, frage ich mich wie man den Tieren dann den notwendigen Auslauf ermöglichen will. Ist der Auslauf und das Beobachten nicht gerade ein Punkt, der die Haltung unserer kleinen Fellmonster ausmacht?

Vor einem geplanten Wurf solltest Du Dich in Deinem Umfeld nach Abnehmern umsehen. Freunde, Bekannte und Nachbarn sind schnell abgeklappert und Du wirst dann nicht jedes Junge behalten können. Auch die schönsten Urlaubspläne müsstest Du ernsthaft in die Zucht mit einplanen. Der Zuchtkäfig sollte sehr breit sein, denn die Kleinen haben schon in kürzester Zeit einen enormen Bewegungsdrang und sind zudem auch am tage aktiv. Auch sollte er speziell auf die Nachkommen angepasst werden und babysicher eingerichtet sein.


Geschlechter

Beim Chin ist der Abstand zwischen After und Geschlechtsteil beim Männeken wesentlich größer als beim Weibchen. Im allgemeinen beträgt der Abstand über 12mm. Der Chin-Mann wirkt etwas kleiner und schlanker, wobei jedoch der Kopf breiter und massiver erscheint. Die Gestalt ist beim Weib gedrungender. Die Merkmale sind zwar schon beim jungen Tier zu erkennen, der Anfänger tut sich dennoch sehr schwer damit. Selbst Zoofachhändler irren sich ganz gerne mal und die Frage der Zucht muß oft schneller gestellt werden, als einem lieb ist.


Die Zuchtauswahl

Wenn Du ein Chin-Weibchen zur Zucht heranziehen möchtest, musst Du beachten,
dass nur gesunde und kräftige Weibchen in der Lage sind, gesunde Junge zur Welt zu bringen. Überfressene Chin-Böcke neigen zur Deckunlust.Viel Bewegung, Sandbad & Co. erhöhen die Chance auf eine kleine Chinchillazucht. Zucht bedeutet hier nicht unbedingt nur die Vermehrung, sondern eine Festigung oder Verbesserung von Rassermerkmalen, die man nach den Vererbungsgesetzen durchführt. Ein Züchter wird also versuchen, bestimmte Farben, Haarqualitäten und andere Merkmale herauszuzüchten oder festigen. Auch wer nur einmal Junge haben möchte, sollte darauf achten, dass sein Pärchen zusammenpaßt und beide Tiere gesund sind. Bei der Wahl der Zuchttiere muß unbedingt auf die Farbe und Vererbung geschaut werden. Der Lethalfaktor spielt eine gewichtige Rolle, ob die Babies gesund zur Welt kommen. Man sollte niemals Velvets untereinander verpaaren. Ebensowenig wie Schecken. Bei Tieren aus der Zoohandlung sollte ebenfalls auf eine Zucht verzichtet werden, da man die genaue Abstammung nicht kennt. Im schlimmsten Fall könnten sie sogar Geschwister sein.


Die Paarung

Unsere männlichen kleinen Racker erlangen schon von 4 - 5 Monaten ihre Geschlechtsreife. Bei den Mädchen liegt die Zeit in etwa bei 7 - 9 Monaten. (bitte nicht vorher). Die körperliche Verfassung der Tierchen sollte bei einer Verpaarung übedingt berücksichtig werden, denn nur ein ausgereiftes Weibchen kann gesunden und kräftigen Nachwuchs in die Welt bringen. Für eine Verpaarung bringt man am besten zwei gleichaltrige Tiere zusammen. Ein jüngeres Männchen bringt die Gefahr, dass es von einem älteren Tier attakiert wird und einen psychischen Schaden erleidet. Umgekehrt ist das natürlich auch der Fall. Auch in der Tierwelt gilt, dass unter Gewalt keine Erfolge erziehlt werden dürfen.

Die Mädels kommen alle 28 - 34 Tage in die Hitze. Die Chinchillas beginnen dann mit einem ausgereiften Liebesspiel. Bei einem deckbereiten Weibchen ist die Scheide angeschwollen und geöffnet. Weibliche Duftsignale deuten dem Männchen die Bereitschaft des Weibchen an, worauf es mit dem treibenden Drängen beginnt. Kaum ein Weibchen lässt sich spontan decken, in den meisten Fällen zeigt es die Hinhaltetechnick, spielt und springt. Gerade dieses Verhalten reizt dann wohl beide und das Böcklein verstärkt sein Treiben bis sie sich dann bereitwillig zeigt. Die Paarung vollzieht sich die ganze Nacht, sodass Du erst später einen Erfolg feststellen kannst, wenn das Weibchen einen Deckpropfen entwickelt hat. Das Mädchen scheidet nach der Aufnahme einen sog. Deckpropfen aus, der sich aus dem Samenüberschuss und einem Scheidensekret bildet. Ist dieser Propfen aber nicht aufzufinden, könnte er auch vom Weibchen aufgefressen worden sein.

Der Bock braucht nach der Paarung nicht aus dem Käfig des Weibchens entfernt zu werden. Nach der Geburt ist das Weibchen wieder hitzig und wird in den meisten Fällen nachgedeckt. Auch dies sollte man beachten, wenn man nur einmal Nachwuchs möchte. Wenn der Käfig zu klein gewählt ist, solltest Du jetzt dringend nach einem größeren suchen um den Tieren den Stress zur Geburt zu erleichtern. Der Bock begleitet als fürsorglicher Papa den Trächtigkeitsverlauf und hilft auch später die Jungen groß zu ziehen. Das Bild einer liebevollen Chinchillafamilie ist der Lohn Deiner Mühe.


Tragezeit und Geburt

Chins sind zwar Nagetiere, sie haben aber für ihre Art eine ungewöhnlich lange Tragezeit von mystischen 111 Tagen, wobei Schwankungen von 2 - 3 Tagen nach oben und unten im Normalbereich liegen. Um den Wurftag zu berechnen und den Verlauf der Trächtigkeit genau zu verfolgen, notierst Du Dir am besten den Decktermin. Während der Tragezeit solltest Du dem Weibchen keinen störenden Einflussen aussetzen. Es verändert sich zuerst kaum im Verhalten und meist auch nicht in der Form. Manchmal läßt sich eine Gewichtszunahme erst in der 8. Woche feststellen. Je weiter die Tragezeit vorangeschritten ist, desto mehr nimmt die Vitalität ab, und es ruht etwas häufiger als gewohnt.

Wenn Du nicht zu den Frühaufstehern gehörst, wirst Du die Geburt sicher nicht erleben dürfen, wenn nicht der Zufall eine Rolle spielt. Beobachtest Du das Weibchen genau, merkst Du dann eine Veränderung im Verhalten kurz vor der Niederkunft. Es wirkt unruhiger und die einsetzenden Wehen veranlassen es, sich ständig zu bewegen. Je häufiger das Chinchilla sich streckt und vor Wehenschmerzen die Augen schließt, um so dichter ist der Geburtszeitpunkt.

Zum Errechnen des Wurftages habe ich hier einen Chinchilla-Wurfkalender für Dich!

Zum Chinchilla Wurfkalender


Aufzucht der Jungen

Entsprechend der 111 Tage Tragezeit sind die Babies bei der Geburt schon sehr gut entwickelt. Sie haben ein durchschnittliches Gewicht von 42 - 46 Gramm und kommen schon sehend zur Welt. Ihr Körper zeigt schon ein Fellchen und ihr Bewegungsdrang ist erstaunlich. Die Junge klettern, laufen und toben herum, bis die Eltern sie zur Ordnung rufen. Da die Mama drei Paar Zitzen hat, kann auch ein Mehrlingswurf bei guter Verfassung und entsprechender Ernährung ausreichend mit Milch versorgt werden. Da die Zähnchen der Kleinen in dieser Zeit recht scharf sind, sollte man das Gesäuge der Mum öfters kontrollieren. Versiegen dann letzlich die Milchquellen und die Jungen wirken schon recht eigenständig, naht im Alter von ca.8 - 12 Wochen die Zeit des Absetzens. In dieser Zeit kannst Du den Nachwuchs in einen eigenen Käfig umsetzen und nach Geschlechtern auswählen. Jetzt sind sie in einem Alter, in dem sie sich recht schnell an neue Gegebenheiten gewöhnen und man sie leicht zähmen kann.



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